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Article: Pulverstahl vs. konventioneller Messerstahl: Was ist der Unterschied?

Pulverstahl vs. konventioneller Messerstahl: Was ist der Unterschied?

Pulvermetallurgische Messerstähle gehören zu den leistungsfähigsten modernen Stählen für Messerklingen. Der entscheidende Unterschied zu konventionell erschmolzenen Stählen liegt zunächst im Herstellungsverfahren. Pulverstahl ist dabei keine eigene Eigenschaftsklasse: Auch pulvermetallurgische Stähle können ganz unterschiedliche Schwerpunkte bei Schnitthaltigkeit, Zähigkeit und Korrosionsbeständigkeit haben.

Wie wird Pulverstahl hergestellt?

Bei der konventionellen Stahlherstellung wird die flüssige Legierung zu einem Block gegossen. Beim Abkühlen können sich Legierungselemente und Gefügebestandteile unterschiedlich verteilen. Das wird bei hochlegierten Stählen zunehmend problematisch.

Bei der Pulvermetallurgie wird das flüssige Metall dagegen zu feinen Partikeln zerstäubt. Das Pulver wird anschließend unter kontrollierten Bedingungen verdichtet. Dadurch lässt sich eine feinere und gleichmäßigere Karbidstruktur erreichen.

Warum ist eine feine Karbidstruktur wichtig?

Harte Karbide können die Verschleißfestigkeit und damit die Schnitthaltigkeit erhöhen. Gleichzeitig können große oder ungünstig verteilte Karbide die Zähigkeit beeinträchtigen.

Die Pulvermetallurgie ermöglicht insbesondere bei hochlegierten Stählen kleinere Karbide. Dadurch können PM-Stähle bei vergleichbarer Legierung eine günstigere Kombination bestimmter Eigenschaften erreichen als konventionell hergestellte Varianten.

Sind Pulverstähle automatisch besser?

Nein. Die Pulvermetallurgie ist ein Herstellungsverfahren und keine Qualitätsbewertung.

CPM 3V und CPM S90V sind beispielsweise beide pulvermetallurgische Stähle, setzen aber sehr unterschiedliche Schwerpunkte. CPM 3V ist für hohe Zähigkeit ausgelegt, während S90V eine sehr hohe Verschleißfestigkeit und Schnitthaltigkeit erreicht.

Bekannte pulvermetallurgische Messerstähle

Zu den bekannten PM-Stählen für Messer gehören unter anderem Böhler M390CPM 20CV, CPM 3V, CPM M4CPM MagnaCut, CPM S30V, CPM S35VNCPM S45VNCPM S90V, CTS-XHP, Elmax und RWL 34. Die konkreten Eigenschaften unterscheiden sich dabei erheblich. Für die Auswahl sollte deshalb immer der einzelne Stahl betrachtet werden und nicht nur die Bezeichnung „Pulverstahl“.

Für wen lohnt sich Pulverstahl?

Ein PM-Stahl kann interessant sein, wenn bestimmte Leistungsmerkmale wie hohe Verschleißfestigkeit, hohe Schnitthaltigkeit oder eine günstige Kombination aus Zähigkeit und Verschleißfestigkeit gefragt sind.

Ob der Unterschied im Alltag relevant ist, hängt vom Einsatz ab. Für ein gelegentlich verwendetes Messer kann ein konventioneller Stahl völlig ausreichend sein. Bei intensiver Nutzung können die Eigenschaften eines modernen PM-Stahls dagegen einen deutlicheren praktischen Vorteil bieten.

Zum Messerstahl-Vergleich.

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